Von Duisburg nach Paris

Medaillengewinner werden im Winter gemacht

Katharina Bauernschmidt trainiert für die Paralympics in Paris. Ihr Auslegerkanu bleibt an kalten Tagen im Bootshaus. Dafür arbeitet sie im Kraftraum – auch mit der Unterstützung ihres Vereinskameraden Florian Schwarzbach.

Aus einer Lautsprecherbox dringt der Song „Ich liebe das Leben“. Die neue Dance-Version des alten Schlagers von Vicky Leandros erfüllt den Kraftraum im „Bundesleistungszentrum für den Kanurennsport“. Mitsingen kommt für Katharina Bauernschmidt jedoch nicht infrage: Sie benötigt ihre gesamte Energie, um die Einheiten an der Rhomboideus-Maschine zu meistern.

Die Para-Kanutin umschließt die schwarzen Griffe mit ihren Händen, führt die Arme gestreckt nach hinten und hebt so Gewichte an. Ihr Vereinskamerad Florian Schwarzbach beobachtet die Übung, die zur Stärkung der Rückenmuskulatur dient. „Streck die Arme noch etwas weiter durch“, sagt er. Katharina Bauernschmidt befolgt den Ratschlag.

Es ist ein trüber Wintertag, an dem die 33-Jährige ihr Krafttraining absolviert. Aus einem Fenster kann sie auf die weltbekannte Duisburger Regattabahn blicken. Am Streckenrand liegt noch Schnee. „Für ein Training auf dem Wasser ist es heute zu kalt“, sagt Katharina Bauernschmidt. Ihr Va’a, ein Kanu mit Ausleger, bleibt deshalb im Bootshaus.

In der kalten Jahreszeit ist die Duisburgerin fast jeden Werktag im Kraftraum. Hier legt sie die Grundlagen für die Wettkämpfe im Frühjahr und Sommer. „Es gibt ja den alten Spruch: Medaillengewinner werden im Winter gemacht“, sagt Katharina Bauernschmidt, nachdem sie die Einheit an der Rhomboideus-Maschine beendet und in ihrem Rollstuhl Platz genommen hat.

Die Para-Kanutin hat für 2024 ein großes Ziel: Sie möchte bei den Paralympischen Sommerspielen in Paris starten. Im August 2023 hat Katharina Bauernschmidt bereits die Grundlage für eine Teilnahme geschaffen. Da holte sie bei den Heim-Weltmeisterschaften in Duisburg einen Quotenplatz für die Nationalmannschaft. Eine Para-Kanutin pro Klasse darf also Anfang September im Stade nautique de Vaires-sur-Marne für das deutsche Team starten.

Katharina Bauernschmidt kennt die Strecke in Frankreich schon, hat bereits an einem Test-Wettkampf teilgenommen. „Der Wind zog da richtig über die Anlage und hat für einige Wellen gesorgt“, berichtet die Leistungssportlerin. „Wir müssen mit solchen Bedingungen klarkommen.“

Bevor Katharina Bauernschmidt die Reise zu den Paralympics planen kann, ist sie noch bei der WM im ungarischen Szeged gefordert. „Wenn ich dort ein gutes Ergebnis erziele, sollte es mit der Nominierung klappen“, sagt die Duisburgerin im Hinblick auf die Titelkämpfe im Mai.

Sie ist optimistisch, nach dem Start in Tokio im Jahr 2021 wieder bei den Paralympics dabei sein zu dürfen. „Aber dafür muss ich hart trainieren“, sagt Katharina Bauernschmidt und setzt ihr Programm fort. Die Para-Kanutin stemmt Langhanteln beim Bankdrücken. Im Anschluss trainiert sie mit Kurzhanteln beim Bankziehen. „Das Gerät ist elektronisch verstellbar und somit für den Parabereich super geeignet“, sagt Katharina Bauernschmidt.

Auch bei den weiteren Übungen tauscht sie sich mit ihrem Vereinskollegen aus. Florian Schwarzbach hat früher auch Leistungssport im Kanu betrieben. Der 43-Jährige wird im Sommer die Paralympics verfolgen. „Ich freue mich auf viele spannende Wettkämpfe“, sagt Florian Schwarzbach. „Und Katharina drücke ich natürlich besonders die Daumen.“

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